Dienstag, 3. April 2007

"Der friedlichste Ort der Welt"

Hey Leute!

Ich habe einen interessanten Bericht in der Zeitschrift "Brigitte" von einer Redakteurin gelesen, die, wie sie sagt, zu dem "friedlichsten Ort der Welt" gereist ist, Ladakh, das im Himalaja liegt und ein zutiefst buddhistisches altes Königreich war. Ihre geschilderten Erfahrungen, Erlebnisse und Eindrücke haben mir sehr gefallen, und vor allem, weil es auch um den Buddhismus geht, fasse ich für euch den Artikel im Wesentlichen zusammen.


"Julee!", das ist der Gruß in Ladakh, er klingt wie ein Jubel. Ladakh heißt "Land der hohen Pässe" und liegt am nordwestlichen Rand des Himalaja 4.000 Meter hoch. Die Region ist nahezu unbewohnbar, die wenigen Menschen, die dort leben betreiben Landwirtschaft. Im Winter fällt das Land in die "weltvergessene" Ruhe zurück, in der es jahrhundertelang lag, als es ein buddhistisches Königreich war- Maryul, "Rotland" genannt, wegen den roten Gewändern der Mönche. Im 8. Jh. kam der Buddhismus nach Ladakh und ist noch heute die Hauptreligion der ca. 160.000 Ladakhis, deren Klosterkultur noch immer intakt ist.



Ein dreitägiger Besuch des Klosters "Thagchokling" (Bild links) soll den Alltag der Mönche veranschaulichen. Das Kloster ist offen für alle, für Fremde, Nichtbuddhisten, Westler, was es so besonders macht. Jeder ist willkommen, doch es gibt keine Extras, sondern nur den Alltag.


Es gibt dort keine Heizung, kein elektrisches Licht und Strom kommt nur an wenigen Abenden. Im so genannten Andachtraum treffen sich die Mönche zum Gebet, zur Meditation. Mit einem Holzstab schlägt ein Mönch auf eine Klangschale (Bild mitte unten) und erzeugt einen tiefen Ton, er sagt: "Lasst die Gedanken gehen. Atmet und denkt an nichts."

Ein Mönch erklärt: "Deine Tasse mit Tee, du siehst, für dich ist sie eine Tasse. Für mich aber ist sie ein Symptom, nur eine Ansammlung von Molekülen. Die Schale ist nichts. Sie existiert nicht aus sich selbst heraus. Nichts ist absolut. Wir nennen es die Leerheit. Für euch im Westen ist es schwer. Ihr habt sehr viel Ego, immer kämpft ihr mit euch. Wie könnt ihr leer werden, wenn ihr erfüllt seid von euch selbst? Leere heißt: Wir nehmen uns nicht so wichtig."

Diese Lehre zu verstehen braucht viele Jahre. Er berichtet weiterhin, dass er seines eigenen Wunsches wegen mit 10 Jahren ins Kloster ging und die Rituale zur Reinigung vollzog, die 5 Monate lang dauerten. Er warf sich 3000-Mal am Tag vor Buddha nieder, sagte eine Millionen Mal das Mantra, betete die Mala und meditierte über die Leerheit, den ewigen Zyklus des Seins. Jetzt mit 25 Jahren ist er noch immer nicht voll ordiniert. Ihm fehlt noch der Retreat. Das sind die Jahre des spirituellen Rückzugs, z.B. allein in einer Höhle oder einem Kloster. Aber was dort passiert, darüber dürfen die Mönche nicht sprechen. Sein Lama wird ihm sagen, wann es soweit ist.

Mehrmals im Monat kommen an einem Tag eine Gruppe von Mönchen aus benachbarten Klöstern mit ihren Instrumenten,Hörnern und Trommeln, um das Kloster "Thagchokling" zu segnen. Sie versammeln sich im Andachtsraum, die jungen Mönche haben vor sich die Petscha, einen Stapel mit losen Seiten,die sie beim Singen unablässig blättern. Ein Lama schlägt mit einem Stab seine Trommel, ein murmelnder Gesang beginnt, der aus nur 2 Tönen besteht. Die Mönche halten inne, beten, ergreifen dann erneut singend und betend ihre Instrumente. Jede Bewegung hat seine Bedeutung. Der Klang der Instrumente kann heilen, reinigen und auch die Geister vertreiben, die vom Menschen Besitz ergriffen haben. Gemeint sind: Ehrgeiz, Verbissenheit, Zorn, Jähzorn. Manchmal reicht es jedoch nicht allein dadurch, sodass die Ladakhis zu den Schamanen gehen und in Trance Kontakt zu den Göttern aufnehmen.


Der Buddhismus im Ladakh ist ein Volksbuddhismus. Es werden Amulette zum Schutz vor Dämonen getragen, in jedem Dorf steht eine dreistufige Steinsskulptur zur Abwehr böser Geister und fast jedes Dorf hat ein Orakel, das hoch geachtet ist.


Jedes Kloster im Ladakh feiert sein Maskenfest (Bild rechts). Das Fest im Kloster "Hemis"" ist eines der prächtigsten und dauert mehrere Tage. Es feiert den Yogi und Lehrer "Padmasanbhava", den Begründer des Buddhismus im Ladakh. Dabei treten verkleidete Mönche mit Masken auf. Jede Verkleidung zeigt einen anderen Aspekt des Wesens Padmasanbhava, wie z.B. als weiße Gestalt in Lumpen, als Knochenmann oder als Riese. Die Mönche tanzen langsam, schreitend, hüpfen, drehen sich auf einem Fuß und treten im Kreis. Der Tanz weihe den Boden und halte Böse Mächte fern........

Also, ich hoffe der Artikel gefällt euch und ihr konntet euch gut in den Text einfinden. Vielleicht konntet ihr euch ja in euren Gedanken an den Ort versetzen und so alles miterleben?! =) Natürlich interessieren mich auch eure Meinungen und Kommentare dazu. Mir persönlich hat es einen sehr guten ersten Eindruck und Einblick in die Religion des Buddhismus, seiner Riten und Grundprinzipien verschafft.





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